Die Erfindung des Universums?



Die Erfindung des Universums? - Neue Überlegungen zur philosophischen Kosmologie

Herausgegeben von: Walter Saltzer, Peter Eisenhardt, Dan Kurth und Rainer E. Zimmermann

Physikalische Kosmologie, also diejenige Wissenschaft, welche das Universum, seine Struktur und seine Geschichte als rein physikalisches Objekt beschreibt, stößt an zwei Grenzen. Die eine ist mit dem Anfang der Zeit gesetzt, die andere ist durch die biochemische Selbstorganisation und Komplexität bestimmt. Damit stellen sich zwei Fragen: Wie und aus welchem Zustand hat sich das Universum entwickelt? Und: Wie genau muß das Universum beschaffen sein, damit lokal erkennende Wesen entstehen konnten?

Sollen diese Wesen aber nicht bloß Betrachter, sondern Beobachter im Sinne von »Teilhaber« des Universums sein, geraten dessen Unabhängigkeit und Autarkie ins Wanken, und die Frage nach der Bedeutungsentstehung entpuppt sich als die Frage nach der Bedeutungsproduktion. Solche Teilhaber wären strenggenommen nicht lokale Teile, die das Universum produzierte, sondern entlokalisierte »Ganzheiten«, welche selbst Universen schaffen.

Im Rahmen dieser Thesen der neueren Kosmologie stehen die Beiträge dieses Bandes; sie zeigen, daß philosophisches Nachdenken über die Welt seine Bedeutung nicht verloren hat. (Text des Verlages)

linhard@rz.uni-frankfurt.de